Schlagzeugunterricht für Kinder

„Mama, ich will Schlagzeug lernen!“

… oh no! Warum ausgerechnet Schlagzeug? Es ist laut, sperrig und teuer – und ausgerechnet mein Kind will es

spielen lernen …

 

Wenn du nicht gerade selbst ein Instrument spielst oder passionierter Musikhörer bist, ist das eine durchaus nachvollziehbare Reaktion. Aber jetzt nicht gleich verzweifeln.

Zunächst ist der Wunsch deines Kindes erst einmal ein ganz wunderbarer – finden wir zumindest! 

Welche Fragen du dir und deinem Sprössling stellen solltest, bevor eine Entscheidung für oder gegen Schlagzeugunterricht für dein Kind fällt, was du beim Kauf eines Drumsets und der Wahl des Lehrers beachten solltest und ab wann überhaupt Schlagzeug lernen für Kinder sinnvoll ist, erfährst du hier. Also: 1, 2, 3, go!

 

Ab wann können Kinder Schlagzeug lernen?

Gleich zu Beginn die Ernüchterung: Eine pauschale Antwort auf das richtige Alter fürs Schlagzeug lernen gibt es nicht. Viele Kinder entwickeln schon sehr früh – mit drei, vier oder fünf Jahren – ihre Leidenschaft für das Instrument und trommeln mit ihren Buntstiften oder Löffeln wie wild auf allem herum, das nicht niet- und nagelfest ist.

Das ist unheimlich früh, aber warum solltest du diesem Drang nicht einfach freien Lauf lassen? 

Richtig! Kommt das Interesse am Schlagzeugspielen selbst von deinem Kind, kannst du dem auf jeden Fall eine Chance geben. Hält die Phase an? Oder ist sie nach ein paar Tagen abgeklungen? Gib dir und deinem Kind etwas Zeit das herauszufinden. Bleibt die Begeisterung, spricht nichts gegen einen Versuch, zum Beispiel in Form einer kostenlosen Probestunde.

 

 

Perfekter Einstieg: Das ist wichtig beim Schlagzeugspielen

Bevor wir uns ansehen, ab welchem Alter ein Kind mit dem Schlagzeugunterricht beginnen sollte, ist es wichtig zu verstehen, was die Herausforderungen und Voraussetzungen beim Erlernen des Instruments sind. 

 

Schlagzeuglernen: Motivation ist das A & O

Wichtiger als die körperlichen und kognitiven Hürden ist die Begeisterung für das Instrument. Wie mit allem, was wir uns in jungen, aber auch älteren Jahren erarbeiten möchten, ist Spaß wesentlicher Antrieb. Finden wir eine Sprache toll, fällt es uns viel leichter, uns die Vokabeln zu merken. Ist unser Job mehr Berufung als Beruf, gehen wir wie im Flug durch die Ausbildung und fasziniert uns ein Instrument, ist Üben plötzlich keine nervige Pflicht, sondern Lebensfreude.

 

Körperliche und geistige Reife

Wer ein guter Schlagzeuger werden möchte, muss sich zu Beginn mit den Grundlagen beschäftigen. Die sogenannten Rudiments sind essentiell für das Erlernen des Schlagzeugspiels und erfordern eine gewisse geistige Reife, die erst ab einem bestimmten Alter vorhanden ist. Die Konzentrationsfähigkeit für einen längere Zeit auf ein und dieselbe Sache ist hier besonders wichtig. 

 

Auch die Statur deines Kindes ist ausschlaggebend, da erst ab einer gewissen Größe alle Trommeln und Becken mit Händen und Füßen gut erreicht werden können. Darum empfiehlt sich, bevor es ans Set geht, die Motorik deines Kindes zu trainieren. So kannst du zum Beispiel spielerisch die Unabhängigkeit der Gliedmaßen üben. Das bringt auch gleich die kognitiven Fähigkeiten in Schwung. 

 

Stichwort Talent

„Ihr Kind hat einfach kein Talent“ – diesen Satz möchte natürlich niemand hören und eigentlich ist das auch Quatsch. Natürlich hilft es beim Erlernen von neuen Dingen, ein gewisses Gespür für die Materie mitzubringen – das gilt auch fürs Schlagzeuglernen. Kinder mit einem ausgeprägten Gefühl für Rhythmik und Timing werden sich in jeder Hinsicht im Schlagzeugunterricht leichter tun.

 

Dennoch kann diese Fähigkeit auch trainiert werden. Durch regelmäßiges Wiederholen und Übungen, die genau auf die Schwachstellen deines Kindes ausgerichtet sind, kann ein Schlagzeuglehrer einiges aus deinem Sprössling herauskitzeln. Du siehst, auch hier läuft es aufs Üben… und damit auf die nötige Begeisterung deines Kindes hinaus.

 

Schlagzeug lernen ab 3, 5 oder 10 Jahren?

Jedes Kind ist anders – deshalb kann jede Alterseinstufung für den Beginn des Schlagzeugunterrichts immer nur eine Empfehlung sein und kann im individuellen Fall anders aussehen. Die nötigen körperlichen und kognitiven Fähigkeiten sind meist im Alter von 6 bzw. 7 Jahren ausreichend ausgeprägt. 

 

Dennoch gibt es auch Kinder, die bereits mit vier oder fünf Jahren eine solche Begeisterung für das Schlagzeugspiel entwickeln, dass es dumm wäre, sie nicht für den Schlagzeugunterricht anzumelden. Am besten probierst du es aus: Schnupperstunden sind die beste Möglichkeit, herauszufinden, ob dein Kind schon bereit zum Schlagzeuglernen ist. 

Ist es das noch nicht, kannst du es mit musikalischer Früherziehung fördern und seinem Drang, sich rhythmisch auszutoben, so genügend Raum geben. Über all dem steht aber immer eines: Der Wunsch und das Interesse muss von deinem Kind ausgehen, sonst wird es nie die Begeisterung – und damit auch das Durchhaltevermögen – entwickeln, die nötig ist, wirklich gut am Schlagzeug zu werden.

 

Schlagzeugunterricht für Kinder bietet in jedem Fall unterschiedliche methodische Ansätze, die dem Alter deines Nachwuchs-Drummers entsprechen. Dazu zählt auch die Frage des Notenlesen. Wie bei jedem Instrument gehören sie zu einem fundierten Unterrichtskonzept – auch bei Kindern. Klar, dass das mit vier Jahren deutlich schwerer fällt, als mit zehn. Hier zeigt sich ein großer Vorteil des Instruments: Es geht zu Beginn nämlich auch ohne Noten.

 

Schlagzeug lernen: Üben, üben, üben …

Es klingt abgedroschen, aber so ist es nun einmal. Wirkliche Lernerfolge stellen sich nur durch regelmäßige Wiederholungen ein – sei es am Schlagzeug oder nur am Pad: Die Regelmäßigkeit macht’s. Klar, dass es dafür in erster Linie Motivation und damit einhergehend jede Menge Disziplin benötigt. Diese fällt gerade kleinen Kindern schwer, weshalb du als Elternteil und auch der Schlagzeuglehrer an dieser Stelle nicht mit unnötigem Druck auf das Kind einwirken sollten. Der Spaß am Schlagzeugspielen darf keinesfalls verloren gehen:

Fördern statt Fordern ist die Devise.

 

Biete deinem Kind die Unterstützung, die es braucht. Du bist der erste Sparrings-Partner: Hast du Spaß und zeigst du wohlwollendes Interesse, motivierst du auch dein Kind und trägst maßgeblich zum Lernerfolg bei. Du unterstützt deine Sprössling am besten mit:

 

  • festen Strukturen
  • Zeit zum Üben
  • Interesse am Schlagzeug
  • allgemeiner Sozialisation mit Musik
  • Konzertbesuchen

 

Hilfe anzubieten und proaktiv am Übeplan teilzunehmen, ist vor allem in den ersten Monaten und Jahren relevant. Nach und nach übt dein Kind immer selbstständiger und wird deine Unterstützung immer weniger in Anspruch nehmen. Spielst du nicht gerade selbst Schlagzeug oder ein anderes Instrument, kannst du dich weitestgehend herausziehen. Aber weiterhin gilt: Interesse ist gut!

 

Wie lang und oft sollte ein Kind Schlagzeug üben?

Es ist immer besser, häufigere, kurze Übe-Slots einzuplanen, als einen lange pro Woche.

Zu Beginn reichen schon 5-10 Minuten pro Tag. Diese sollten immer zu bestimmten Zeiten stattfinden – zum Beispiel nach den Hausaufgaben oder vor dem Abendessen. Die kurzen Übungseinheiten überfordern die Konzentrationsfähigkeit deines Kindes nicht und verderben ihm somit nicht den Spaß am Üben. Außerdem fördert die regelmäßige Wiederholung den Lernerfolg um einiges stärker, als zum Beispiel eine Stunde pro Woche.

Die Routine ist wichtig. Integriere das Schlagzeugüben ganz intuitiv in den Tagesablauf des Kindes, biete aber auch eine alternative Zeit an, um die Flexibilität zu wahren und keinen unnötigen Druck aufzubauen.

 

Schon als Kind Schlagzeug lernen: Vor- und Nachteile

Es ist beim Schlagzeug lernen wie mit allen Dingen, die wir uns neu erarbeiten: Je intuitiver etwas in unserem Alltag integriert ist, umso leichter fällt es uns. Kinder nehmen Neues leichter auf als Erwachsene. So fällt es ihnen zum Beispiel leichter, Fremdsprachen zu lernen, wenn Mama und Papa mehrsprachig mit ihnen kommunizieren. Tätigkeiten im Haushalt prägen sich leichter als Routine ein, wenn sie regelmäßig spielerisch integriert werden und auch mit dem Erlernen eines Instruments verhält es sich ähnlich.

 

Schlagzeuglernen als Kind - PRO

 

Schlagzeugspielen fördert körperliche Fitness. Durch das Spielen wird Muskulatur aufgebaut, die Kondition und Reaktionsfähigkeit verbessert, sowie Kalorien verbrannt.

 

Schlagzeugspielen fördert geistige Fitness: Kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnisleistung und Sprachvermögen werden durch die gleichzeitige

 

Beanspruchung beider Gehirnhälften verbessert.

Trommeln ist die ursprünglichste Form des Musizierens und wird von vielen Kindern intuitiv in ihr Spiel integriert. Rhythmische Formen wie Klatschen sind auch im Kindergarten schon Teil der musikalischen Erziehung.

 

Schlagzeugspielen verbessert die sozialen Fähigkeiten und schult die Geduld sowie Disziplin.

 

Schlagzeugspielen baut Stress ab, da es Kindern ermöglicht, ihre Energie zu kanalisieren. Es wirkt wie ein Ventil und fördert damit die innere Ausgeglichenheit.

 

Trommeln fördert das Selbstvertrauen und die Kreativität. Ein Schlagzeuglehrer kann helfen, Ängste des Kindes abzubauen.

Schlagzeuglernen als Kind - CONTRA

 

Schlagzeug lernen erfordert Disziplin und kann kleine Kinder überfordern. Nach Kindergarten oder Grundschule sind sie oft zu müde für eine solche Herausforderung.

 

Schlagzeugspielen erfordert eine hohe Konzentrationsfähigkeit – Unterrichts- und Übungs-einheiten sollten im jungen Alter deshalb kürzer ausfallen, um nicht zu überfordern.

 

Ist kein geeigneter Schlagzeuglehrer vorhanden oder kein auf dein Kind abgestimmtes pädagogisches Konzept, schlägt Spaß schnell in Stress um.


Schlagzeugunterricht online für Kinder

Für den Einstieg eines Kindes in ein Instrument ist von Online-Unterricht abzuraten, da die nötige Nähe zum Lehrer fehlt, die bei Anfängern unerlässlich ist. So schleichen sich schnell Fehler ein und dein Kind bringt sich eine Abfolge oder eine Haltung falsch bei.

 

Ist der Fehler erst einmal verankert, ist es schwerer, ihn sich wieder abzutrainieren. Gerade am Anfang ist es darum ratsam, Schlagzeugunterricht für Kinder direkt beim Lehrer oder zu Hause gemeinsam mit dem Lehrer anzugehen.

Ein großer Vorteil von Online-Unterricht ist natürlich die Flexibilität. Nimmt dein Kind schon länger Unterricht, stellt er deshalb eine gute Alternative dar. Auch Apps und Online-Tutorials können für fortgeschrittene Schüler:innen eine gute Ergänzung zum klassischen Schlagzeugunterricht bieten – jedoch sollten Kinder am Schlagzeug schon routinierter sein, ehe sie sich ganz allein versuchen. 

 

Anders verhält es sich mit Apps, die spielerisch die kognitiven und motorischen Fähigkeiten schulen und somit indirekt das Schlagzeug lernen für Kinder vorbereiten und erleichtern. Sie können auch schon vor dem ersten Schlagzeugunterricht Kinder unterstützen.

 

Drums für Anfänger: Das richtige Schlagzeug für Kinder

Haben du und dein Kind sich für Schlagzeugunterricht entschieden, steht die nächste Frage ins Haus: Braucht dein Kind ein eigenes Schlagzeug? Die Antwort ist ganz klar, wenn du nach oben scrollst. Regelmäßiges Üben ist selbstverständlich früher oder später nur mit einem eigenen Schlagzeug möglich. 

 

Eine Zeitlang funktioniert es auch ohne, solang Pad- und Klatschübungen sowohl für den Lernerfolg aber auch für den Spaß des Kindes am Schlagzeugspielen ausreichen. Denn ehrlich gesagt: So richtig Laune macht es doch nur an einem Set – im besten Fall dem eigenen.

 

Das kann auch ein gebrauchtes sein. Der Blick in Musiker An- und Verkauf-Börsen zum Beispiel in den sozialen Medien lohnt sich immer. Hier kannst du einiges an Geld sparen und das ist sicher ganz am Anfang, wo noch nicht klar ist, ob die Leidenschaft deines Kindes fürs Schlagzeugspielen wirklich anhält, doch Gold wert.

 

Schlagzeug für Kinder kaufen: Akustisch vs. Elektronisch

Für die meisten Familien ist die Lautstärke eines Schlagzeugs das absolute Totschlagargument gegen Schlagzeugunterricht für ihr Kind. Verständlich! Eine wirklich gute Alternative zum akustischen, also lauten, Schlagzeug ist da das elektronische Set. Gerade für Kinder bietet es neben der geringeren Lautstärke einen weiteren Vorteil: Die Trommel-Pads liegen nämlich deutlich näher beieinander, so dass sie für kürzere Kinderbeine und -Arme leichter erreichbar sind. Moderne Mesh Heads sorgen außerdem für ein nahezu identisches Spielgefühl.

 

Nahezu ist das Stichwort: Letztlich fühlt sich natürlich nur ein akustisches Schlagzeug auch wie ein akustisches Schlagzeug an. Und Achtung: Auch ein elektronisches Schlagzeug ist nicht komplett leise. Der Trittschall, der durch das spielen der Bass Drum entsteht, ist nicht zu unterschätzen.

 

Schlagzeug für Kinder – darauf musst du achten

Die Größe deines Kindes ist ausschlaggebend für die Wahl des Sets. Sitzt dein Kind, müssen beide Füße den Boden berühren können und die Arme sollten selbstverständlich alle Trommeln und Becken erreichen können. Zu Beginn ist darum ein Junior-Set die richtige Wahl. 

 

Außerdem solltest du darauf achten, dass der Trommelhocker in der Höhe ausreichend verstellbar ist. Dies gilt auch für den Hi-Hat- und die Becken-Ständer. Sie müssen in der Höhe der Größe des Kindes anpassbar sein. 

Die Basstrommel sollte auf keinen Fall größer als 20 Zoll betragen. Besser du entscheidest dich direkt für eine 18-Zoll-Bass Drum. Warum? Die Toms sind in den meisten Fällen auf der Bass Drum montiert. Hat sie einen zu großen Durchmesser, hängen die Toms zu hoch und sind für dein Kind nicht erreichbar. 

 

Hand und Ohr

Auch bei den Sticks solltest du darauf achten, dass sie nicht zu schwer und zu dick für die Kinderhände sind. Mit der auch bei Erwachsenen sehr beliebten Klassiker-Größe 7A und 5A solltest du nichts falsch machen.

 

Sicherheit geht vor, deshalb ist eines besonders wichtig: der Gehörschutz! Hier gibt es zahlreiche Kopfhörer extra für empfindliche Kinderohren. Einfach ausprobieren!

By the way, diese bekommst du auch im Baumarkt, frage nach Gehörschutz für Bauarbeiter.  

 

Schlagzeugschule für Kinder in München

Egal in welchem Alter ihr Kind ist, der Wunsch Schlagzeug zu spielen, ist toll und will gefördert werden.

Je nach Alter gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, dein Kind an das Instrument heranzuführen und mit Spaß und Spiel auch langfristig fürs Trommeln zu begeistern. 

 

Schlagzeug lernen ist in jedem Alter möglich. Wichtig ist, dass Kind und Schlagzeuglehrer zueinander passen, um jedes Kind bestmöglich da abzuholen, wo es sich befindet, seine Stärken zu nutzen, seine Schwächen zu erkennen und an ihnen zu arbeiten und es letztlich an sein Ziel zu führen.

 

Möchte dein Kind Schlagzeugunterricht in München?

Dann freue ich mich, euch kennenzulernen. Vereinbart eine kostenlose Probestunde und lasst mich mit euch herausfinden, wohin die Reise gehen kann. Ich freue mich auf den Schlagzeugunterricht mit deinem Kind!